AUSSDA hostet Datenschutz-Workshop am österreichischen Klimatag

08.05.2018

Interessierte wurden von Sebastian Seebauer (JOANNEUM RESEARCH) und Dimitri Prandner (AUSSDA) zum Klimatag nach Salzburg geladen, um sich über Bedenken und Gedanken zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auszutauschen: Wie sieht die neue Gesetzeslage aus, wie wirkt sich das auf die eigene Tätigkeit aus und was wird in den Medien aktuell diskutiert?

Im Rahmen des Klimatages 2018 – eine interdisziplinäre Veranstaltung, die Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit zusammen bringt – wurde an der Universität Salzburg ein Forum für einen Peer-Austausch zur DSGVO geschaffen, um zu verstehen, welche Herausforderungen von der Community wahrgenommen werden.

Das Ziel des Workshops war klar: Personen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen um die Implikationen der DSGVO für den österreichischen Kontext zu diskutieren. Die zehn Teilnehmenden aus den Gebieten der Gesundheitsforschung, Geographie und den Sozialwissenschaften, aber auch aus der Infrastrukturentwicklung und Logistik, waren motiviert, ihre Erfahrungen zu teilen. Zentrale Motive der Diskussion waren:

  • Die konkrete Umsetzung der DSGVO in vielen Bereichen
  • Die Klärung von Fragen zu Zustimmungserklärungen
  • Die Art der Materialien und Informationen, die von der DSGVO betroffen sind
  • Die Art und Weise, wie Daten gespeichert werden können und wie mit Daten umgegangen werden muss, die in der Vergangenheit gesammelt wurden
  • Die Ermittlung von Best-Practice-Szenarien für die eigene Organisation

Klar ist, dass ein hohes Maß an Unsicherheit über die Implementierung der Datenschutz-Grundverordnung in Organisationen existiert, und viele Lösungen durch unterschiedliche Zusatzrichtlinien nur für bestimmte Teilbereiche der Gesellschaft gelten – wie die Sonderregeln für Forschung und Lehre oder aber auch für Datenarchive wie AUSSDA.

In mehreren Schritten wurde über Unsicherheiten gesprochen und so wurde ein Dialog eröffnet, der über den Klimatag hinaus Bestand haben und auch von AUSSDA aufgegriffen werden wird. Konkrete Informationen, Unterlagen und Angebote werden von AUSSDA in nächster Zeit erarbeitet und zur Verfügung gestellt (dies wird auch wieder mit einem entsprechenden Nachrichtenbeitrag angekündigt).

Erste Punkte davon lassen sich aber wie folgt zusammenfassen:

  • Zustimmungserklärungen müssen klar und deutlich Informationen über die Arbeit und die Nutzung von Daten geben. Dazu gehört auch die geplante Weiterverarbeitung und Bereitstellung von Daten an Dritte, wie beispielsweise AUSSDA. Dies betrifft auch Informationen, wer schlussendlich in welcher Form Zugriff auf dahingehend angepasste Daten bekommen kann.
  • Daten minimieren beim Arbeitsprozess: Wer braucht welche Daten zu welchem Zeitpunkt tatsächlich und wo können sie möglich einfach und unkompliziert gesichert werden, ohne dass das Risiko einer unkontrollierten Weitergabe besteht?
  • Frühzeitig die Kooperation mit Datenarchiven suchen, die sichere und DSGVO-konforme Datenaufbewahrung gewährleisten können – auch für Rohdaten, die nicht geteilt werden dürfen.  

Unabhängig davon ist natürlich die ethische Verantwortung von WissenschafterInnen gefragt, denn Daten zu Personen sind sensibel. Sie können missbraucht werden. Daher sollten alle Forschenden möglichst darauf achten, so wenig Daten wie notwendig und so gut geschützt wie möglich zu generieren, diese aber so aufzubereiten, dass sie breite Nachnutzungsszenarien ermöglichen.

Gebäude der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg.
Der Veranstaltungsort des Klimatags 2018: die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg (Foto: Dimitri Prandner)
Seite einer Flipchart mit verschiedenen Punkten, die in einem Brainstorming entstanden sind
Bei einem Brainstorming erarbeiteten die Teilnehmenden einige Ideen zu "Good Practice" im Datenschutz (Foto: Dimitri Prandner)